Der Weihnachtsmann macht Feierabend

Endlich Feierabend“, seufzte der Weihnachtsmann und legte die müden Füße hoch. Gerade erst hatte er den Mantel an den Haken gehängt und im Stall seinem treuen Rudolph eine extra Schüppe Hafer in den Trog geschüttet. Jetzt saß er mit einem Glas Rotwein vor dem Kamin. „Lassen wir den lieben Gott einen guten Mann sein, das Christkind einen kleinen Rabauken und die himmlischen Heerscharen einen leidlich begabten Sängerchor“, murmelte er zufrieden in seinen Bart. Kurz darauf war er auch schon eingedöst.

Sturmesläuten an der Haustür riss den Weihnachtsmann unsanft aus seinen Träumen. Draußen im Schnee stand der kleinste Weihnachtswichtel und hielt dem Alten vorwurfsvoll ein Bündel Weihnachtsbriefe entgegen: „Haben wir vergessen“, sagte der kleine Kerl, „müssen wir noch ausliefern.“

Fei-er-a-bend! Schon mal gehört?“, entgegnete der Weihnachtsmann. Der Wichtel konnte wirklich nerven. „Die Karten können wir genauso gut im nächsten Jahr ausliefern“, schlug er vor, „steht doch sowieso immer das Gleiche darin: Frohes Fest und ein gutes neues Jahr! Das passt in zwölf Monaten wie heute.“

Der Wichtel stemmte die Ärmchen in die Seite und machte sein grimmigstes Gesicht: „Das ist doch nicht dein Ernst, Weihnachtsmann! Auch wenn den Menschen von Jahr zu Jahr nichts Neues einfällt, sie meinen es doch VON HERZEN.“

Wenig später saß der Alte wieder im roten Mantel auf den Kutschbock und trieb die Rentiere an. Der kleine Wichtel, neben seinem Herrn, achtete darauf, dass auch wirklich jede Weihnachtskarte – unter anderem diese – ihren Empfänger rechtzeitig zum Fest erreichte.

Der Lennestrand-Verlag wünscht Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!