Das sezierte Wort: Impf│ling, der

Weiß der Arzt wieso, der Impfling SCHREIT danach, in seine Bestandteile zerlegt zu werden. In den vergangenen zwölf bis fünfzehn Monaten hat die Derivation aus einem Wortstamm Impf- und einem Affix, genauer: Suffix, -ling eine medienübergreifende Reanimation und eine Verbreitung mit exponentieller Wachstumskurve erfahren. Aus der Versenkung zum Shootingstar.

Dabei klingt Impfling, mal ehrlich, eher nach Creep1. Also was ist dran? Warum nehmen Politiker den Impfling im Interview in den Mund? Warum trendet der Begriff in sozialen Medien und Messenger-Diensten? Findet Eingang in seriöse Berichterstattung und unseriöse Propaganda?

Angesichts der Rätsel, die der Impfling aufgibt, greifen Feuilletonisten und andere berufene Sprachpathologen als Erstes zum Skalpell und pfriemeln den Impfling auseinander.2 Als liefere die grammatikalische und etymologische Einordnung dieses maskulinen Substantivs eine Erklärung für seine Popularität. Vor dem Hintergrund einer andauernden Genderdebatte findet zudem die Besonderheit Beachtung, dass auch Frauen als Impflinge männlichen Geschlechts, zumindest grammatisch, zu bezeichnen sind.3 Gendern ist beim Impfling ebenso zwecklos wie bei allen anderen -lingen auch.4

Auch poltert der Glottisschlag beim Impfling gleich am Anfang durch die Mundhöhle; er wartet nicht, bis sich der Zweisilber mit der Stolperfalle in der Wortmitte seinem Ende nähert. Warum auch? Gendern ist zwecklos.

Einigkeit dürfte deshalb fachschaftübergreifend in Fragen der Wortästhetik herzustellen sein. Es handelt sich beim Impfling um kein schönes Wort. Aber was ist schon schön? Der Hoffnungsschimmer hat das Potential zum schönen Wort.5 Die Sternschnuppe auch. Sogar den Tollpatsch mag mancher liebevoll als schön bezeichnen. Vielleicht weil diese Wörter semantisch und womöglich sogar phonetisch zur Ausschüttung von Glückshormonen anregen, weil sie geliebte Erinnerungen wecken, vorausgesetzt, bei dem Tollpatsch handelt es sich um eine zweite oder dritte Person, bitte nicht um die eigene!, ob im Singular oder Plural ist da ganz egal.

Was den Impfling betrifft, macht demnach schon die Phonetik der Ästhetik einen dicken Strich durch die Rechnung. Der unglückliche Vierklang aus m, p, f und l, vorne und hinten raus mit einem spitzen i, mundet dem Ohr überaus nicht. Der stimmhafte velare Nasal (der Digraph ng)6 im gaumensegeligen Abgang reißt die Dissonanz nicht mehr raus.

In der ZwitscherApp findet es mancher gar arg lustig, dass beim Impfling die Laute quasi mit der Pattex-Tube aneinandergeklebt wurden.

Peter Seidel @Seidel63 ∙ 04.02.21: Findet ihr das Wort #Impfling eigentlich auch so lustig? Also die Kombi nach dem ersten Vokal gleich vier Konsonanten, die dann vom gleichen Vokal geklammert werden plus der hübsche Nasal am Ende?

Aber nun … WAS fügt sich in der deutschen Sprache schon GESCHMEIDIG … Mullewapp vielleicht.

Die pandemische Verwendung des Impflings im Corona-Jahr 2021 beruht also nicht auf hoher Wortattraktivität.7 Holperige Artikulation hin oder her, der Impfling wurde frühzeitig als Wort des Jahres gehandelt, doch selbst der Achtungserfolg blieb ihm versagt.8

Wer den Impfling vor Monaten aus dem Schlaf der Vergessenen (Wörter) geweckt hat, lässt sich wohl nicht mehr ergründen. Vielleicht das unbedarfte Bulimiehirn eines leidenschaftslosen, faktenfokussierten Humanmediziners, der damit in nüchtern-wissenschaftlicher Betrachtungsweise kurz und redlich die zu impfenden oder schon geimpften Personen bezeichnete, die auf seiner täglichen Liste in irgendeinem Impfzentrum dieses Landes standen.

Vielleicht zauberte ihn auch ein Statistiker aus der Datenbank seines Individual-Wortschatzes, weil die Beschriftung mit bereits Geimpften beziehungsweise noch zu Impfenden unverhältnismäßig viel Platz am Tortenstück beansprucht hätte. Denkbar auch, dass sich ein humorbegabter Physiker einen Spaß daraus machte, den Impfling sowohl an die X- wie an die Y-Achse zu schreiben, als er die schon Geimpften in Korrelation zu den noch zu Impfenden setzte, mit interessanten Konsequenzen für die Pandemieverlaufsprognose.

Dem Virus ist es allemal egal, ob es sich einer steigenden/sinkenden Zahl zu Impfender oder einer steigenden/sinkenden Zahl Geimpfter gegenübersieht. Es entwickelt zwischenzeitlich immer neue, erfolgreichere Varianten seiner selbst und kehrt die Verhältnisse einfach wieder um. Wer könnte es ihm verdenken! Es geht ums Überleben.

Zurück zur Semantik: Ein Impfling ist also per definitionem eine zu impfende oder gerade geimpfte Person.9 Unter Inhaltsaspekten also ein durchaus unergiebiges Wort. Auch die Umschreibung kommt sperrig über die Lippen.

Wäre da nicht dieses Affix (Suffix)! Das Anhängsel spannt einen semantischen Regenbogen über die Basis und lädt sie bedeutungsschwanger auf. So viele Farbnuancen! So viele Konnotationen!

Im Schmetterling, im Pfifferling und im Findling präsentiert sich der -ling vordergründig wertneutral. Vielleicht, weil es sich um Tiere, Pilze und Steine handelt. Mit anderen Worten, es geht hier nicht um die Krone der Schöpfung,10 was emotional wenig herausfordert.

Ein ähnliches Schicksal teilen der Säugling, der Sprössling und der Zwilling, des Weiteren der Schützling: Kindern und halben Portionen wird wohlwollende Pseudoneutralität zuteil. Sind sie doch einfach nur süß, die lieben Kleinen und die Schutzbefohlenen!

Der Liebling und der Häuptling suggerieren Anerkennung, während der Häftling, der Sträfling und der Feigling schon an der Basis negativ konnotiert sind, woran die so Bezeichneten im Normalfall selbst schuld sind. Wobei die Feigheit bereits eine übelwollende Attribution sein kann! Unter ähnlichem Verdacht stehen auch der Schönling, der Günstling, der Weichling und der Widerling!

Dem Prüfling, dem Lehrling, dem Höfling, dem Ankömmling und dem Neuling ist das Kein-ganz-vollwertiger-Mensch-Sein immanent,11 erst recht dem Flüchtling. 2015 zum Wort des Jahres gekürt, merkte die Gesellschaft für deutsche Sprache in der Begründung ihrer Entscheidung an: „Flüchtling [klingt] für sprachsensible Ohren tendenziell abschätzig“.12 Nur für sprachsensible? Die Linguistin Gisela Zifonun schreibt dazu: „Allerdings wird offenbar im Zuge der gesellschaftlichen Debatte die pejorisierende Wirkung von -ling generalisiert, so dass der Ausdruck Flüchtling nun von bestimmten Sprechergruppen als stigmatisierend eingeordnet und gemieden wird.“13

Offen pejorativ outet sich das Suffix im Schreiberling, im Emporkömmling und im Eindringling.14 Kompetenz und ein Recht auf Akzeptanz schwingen hier nicht mit.

Wo ordnet sich in diesem Bedeutungsspektrum der Impfling ein? Noch beinah wertneutral oder schon eine Denunziation? Sind ihm bereits Geringschätzung und Herabsetzung aufgepfropft oder besser: eingeimpft?15 Folgt der Impfling dem Flüchtling? Immerhin hat der es zum Wort des Jahres geschafft, und dem Impfling wurde, wie erwähnt, eine ähnlich steile Karriere zumindest vorhergesagt.

Am Ende der Sectio sei entgegen der Expertenmeinung postuliert: Wertfrei ist jenes Affix/Suffix -ling nie. Der Basis, dem Wortstamm, auf die bzw. auf den es trifft, verleiht es stante pede etwas Verkleinerndes, Verniedlichendes, Herabwertendes oder auch Beängstigendes. Je nachdem.

Relotius Spiegelkabinett ∙ 08.06.21: Waren Sie VOR der Impfung noch ein Mensch, sind Sie NACH nach der Impfung nur noch ein „Impfling“. So schnell geht der gesellschaftliche Abstieg nach nur einem „Pieks“. Vom #Menschen zum #Impfling. Selbstverschuldet. Und keiner nimmt Sie mehr ernst!


So … liest sich das dann aus dem rechten Augenwinkel.

Die steile Karriere des Impflings im Corona-Frühjahr 2021 ist nicht nur, aber auch einer unglücklichen politischen Äußerung des einstigen Gesundheitsministers Jens Spahn zuzuschreiben:

Jens Spahn @jensspahn ∙ 14.03.2021: In meiner Heimat habe ich heute mit Landrat @ZwickerDr das #Impfzentrum Kreis Borken besucht. Es ist toll zu sehen, wie gut und effizient alles organisiert ist. Die Zuversicht und Dankbarkeit der „Impflinge“ hat mich beeindruckt. Danke an alle Beteiligten vor Ort!

Der Gänsefüße und der Fotos von Senioren mit Gehstock beziehungsweise im Rollstuhl, zu denen sich der Gesundheitsminister auf die Bank setzt beziehungsweise vor dem er in die Hocke geht (Rollstuhl mit Senior, das Suffix verkleinert … qed), hätte es nicht bedurft, um Wasser auf Mühlräder zu kippen, die nur rechtsherum mahlen.

Jedoch sprang der Herr Minister nur auf einen schon fahrenden Tourbus auf. Die Roadshow des Impflings hatte schon begonnen, möglicherweise gedankenlos verwendet ohne irgendeine propagandistische Absicht oder aber ganz bewusst gestreut, um das erwünschte Gedankengut ins Volk hineinzuträufeln wie ein Impfserum auf ein Zuckerstück.

victoria @victoria_vdw ∙ 16.02.21: Bei den Systemlingen ist gerade das Wort #impfling in Mode gekommen. Geht‘s noch infantiler?

Im rechtsintellektuellen Sprachorgan „Sezession“ schreibt die promovierte Philosophin und dreifache Mutter (wichtiges Faktum!) Caroline Sommerfeld bereits im Dezember 2020 über die Bestandteile der mRNA-Impfstoffe: „Weniger diese potentiell kanzerogenen Nano-Kunststoffe, als die Befürchtung, daß die Impfstoffe ins Erbgut der Impflinge übergehen, sorgt derzeit für Kritik.“16 Es steht nicht zu vermuten, dass die promovierte Philosophin und dreifache Mutter (wichtiges Faktum!) Sommerfeld den Impfling gedankenlos in ihr Pamphlet hineingeschrieben hat;17 dies wird ebenso wenig Zufall sein wie die konsequente Anwendung einer veralteten deutschen Rechtschreibung in besagtem Blatt beziehungsweise auf der Internetseite besagten Blattes.

Der Professor für Germanistische Linguistik und Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim Henning Lobin wirft den Neuen Rechten vor, die deutsche Sprache für ihre Zwecke zu missbrauchen: Mit ihrem Kampf etwa gegen politische Korrektheit oder geschlechtergerechte Sprache versuche diese politische Strömung gezielt, das gemäßigte Bürgertum und kulturaffine Schichten zu gewinnen, so gibt der Evangelische Pressedienst (epd) den Sprachwissenschaftler wieder.18 Lobin wörtlich: „Eine neurechte Agenda wird durch Sprachpolitik wie mit einem trojanischen Pferd weit in die Mitte der Gesellschaft hineingeführt.“19

Der Impfling ist ein gutes Beispiel für diese Instrumentalisierung von Sprache, und alle Querdenkenden helfen fleißig mit, der „Mitte der Gesellschaft“ die versteckte Botschaft einzuimpfen.

Die Implikationen, die zu Komplikationen mit dem Wort führen könnten, werden von hellen Köpfen durchaus gesehen:

y @Januskopp ∙ 10.12.20: Dass das Wort „#Impfling“ anscheinend ein seriöser von Medien genutzter Begriff ist, halte ich auch für maximal ungünstig. Hielt es original für eine Schmähung aus dem Bereich der Wissenschaftsfeinde. So eine dumme Wortwahl, klingt doch gleich nach fremdgesteuert und erbverändert

Wo der -ling ist, ist das Tierreich im Übrigen nicht fern:

Bleibedabei @Murmel_2020 ∙ 28.04.21: #Impfling klingt wie Lemming. Zufall?

Der Lemming scheint der Systemling der Tierwelt zu sein.

Th. aus M. @Deal2Happy ∙ 28.05.21: Was ist denn das schon wieder für ein Wort, eine Bezeichnung??? #Impfling Eine Ableitung von #Lemming ??

Überhaupt werden gerne gedankliche Brücken ins Tierreich gebaut:

Morg3enst3rn @Morg3nst3rn78 ∙ 4T (22.12.21): #Impfling, wach endlich auf und hab die #schnauzevoll vom experimentellen #mRNA #Impfterror ! Sei kein gekochter Frosch und SPRING endlich … in die wahre #Freiheit !

Gerne auch mal mit der gedanklichen Verengung auf einen parasitären Befall (enthalten wohl im Impfstoff), der den Impfling zum triebgesteuerten (hier: Futtertrieb) Tier, wenn nicht gar zum Zombie degenerieren lässt:

chlorophyllosoph @chlorop… ∙ 17.12.21 in einer Antwort an @vonGammCom: Mit ner Bratwurst weglocken? #impfling #zoonose

Auch mit anderen benachteiligten Gesellschaftsgruppen wird der Impfling gerne auf eine Stufe gestellt:

Pandemikus Muskulos @H… ∙ 18.12.21 in einer Antwort an @sashetown: Wie wäre es, wenn wir dich […] bevormunden würden, mit dir zum Impfzentrum tigern & dich mit einem Super-Mega-Impfstoff kreuzweise boostern. Du verhältst dich wie ein Kleinkind. Mach die Tagesschau aus und fang an nachzudenken. #Impfling #Kindesmissbrauch

Da isser, der Säugling, der sich noch nicht (nicht mehr) um sich selbst kümmern kann. Der Impfling als Missbrauchsopfer. Es braucht schon abnormer Verknüpfungen in der Großhirnrinde, um solche Zusammenhänge herstellen zu können.

Wo jeder Damm des Anstands bricht, da sind dystopischen Zukunftsmalereien und Verschwörungsidiotien keine Wellenbrecher mehr gewachsen:

Morg3enst3rn @Morg3nst3rn78 ∙ 6T (20.12.21): Kann die #Regierung nicht einfach mal ehrlich sein und sagen, dass der #Impfling mit dem #mRNA #Impfstoff an einem #Gentherapie #Experiment teilnimmt?

Das Dritte Reich fehlt selbstredend auch nicht.

Johannes der #Coronakuri… ∙ 23.07.21 in einer Antwort an @WolvesGang2 und @florianklenk: In einem Jahr wissen wir dann mehr. Bis dahin sind die #Menschenversuche wegen einer #bedingten Zulassung nicht verboten. Wird das auch jedem #Impfling entsprechend mitgeteilt?

Wer überlebt, erleidet zumindest Verblödung:

Blauauge im Widerstand @_… ∙ 11.12.21: #Lauterbachluegt muss so lange trenden, bis der letzte verblödete überlebende #Impfling es verstanden hat!

Das arische Mädel stilisiert sich zur Widerstandskämpferin hoch, was einer infamen, verachtenden Anmaßung gleichkommt und womit sie im selben Atemzug all jenen ins Gesicht spuckt, die seinerzeit ihr Leben dem Kampf gegen ein menschenverachtendes Regime geopfert haben.

Außer in die Verblödung führt die Impfung direkt in die Zombieapokalypse:

economy4mankind Suppo… ∙ 13.07.21: Lieber #Impfling da draußen, Du lässt Dir etwas spritzen das Deinen Körper programmiert, selbst Spike-Proteine herzustellen und Dein Immunsystem veranlasst, genau diese anzugreifen. Du musst kein Arzt sein um zu verstehen dass das ungesund ist. Du zahlst einen hohen Preis…

… oder der Impfling verliert seine sterbliche Hülle an die Körperfresser …

Morg3enst3rn @morg3nst3r… ∙ 02.12.21: #impfung von 6 Monate Abstand auf 3 Monate verkürzt. #Impfling, wie gefällt dir diese Vorstellung, das das bald Standart sein könnte? Fühlst du dich nicht doch langsam mal verarscht, oder hat die Angst dein Gefühl & Denken dermaßen lahmgelegt?

Fragt sich nur, wessen Verstand hier bereits von den Maden aufgezehrt worden ist. Jene Hirnregion, in denen basale Regeln der Rechtschreibung abgespeichert werden, scheint auf jeden Fall schon massiv angegriffen.

Wer nicht mehr selber denken kann, verbreitet einfach, was ihm andere zum Teilen oder Retweeten schicken:

koray @kqray4real ∙ 25.08.21: Haha, du Ba*****. Kleiner #Impfling [Emoji böser Clown] der sich aufregt, wie süß. Wie ist das Leben so voller Angst und Panik? Muss ja beschissen sein[e] [Emoji Tränen lachend] Ach, bevor du ankommst: Ich hatte Corona schon. Auf einer Arschbacke abgesessen den Schnupfen. Nö, ich brauch keine Mikrochipgiftimpfung.

Doch das „gemäßigte Bürgertum“ (s.o.) wehrt sich: In dem Versuch, sich gegen die Infantilisierung, Entmündigung und Verleumdung durch diejenigen verqueren Köpfe zu wehren, die Wahrheit und Freiheit für sich beanspruchen, dreht der ein oder andere Geimpfte schon mal entschieden den Spieß um und outet sich als Impfling, der jetzt auf die versprochene Transformation wartet:

Malte Janßen – Offiziell – ∙ 25.05.21: Jetzt bin ich auch ein #Impfling. [Emoji starker Arm] Aber der Empfang hat sich noch nicht verbessert.

Ob‘s was hilft, dem Volkssturm der aufrechten Ungeimpften mit Sarkasmus zu begegnen? Dazu müssten die Antennen ihrer Aluminiumkappen Sarkasmus-Wellen orten können, was aber anzuzweifeln ist.

Der Verungl-Impfung durch diejenigen, bei denen sich schon längst irgendeine nekroide Made durchs Hirn gebohrt hat, etwas entgegenzusetzen, scheint ebenso zwecklos wie das Gendern beim Impfling. Die mit den Maden im Kopf machen sich dank Pippi-Langstrumpf-Strategie20 die Welt, wie sie ihnen gefällt:

neee-bu kad nezar @Deat… ∙ 30.07.21: #gedankenspiel Kann es sein das sich ungeimpfte Sorgen machen das Geimpfte sterben könnten durch die Impfung und Geimpfte nur an sich denken? Wer ist hier also das unsolidarische Pack? #solidarisch #Impfung #impfling

Aus Tätern werden Opfer (gemacht). So einfach geht das. …

Und am Rande seien noch diejenigen erwähnt, bei denen bei der Verdrahtung im Kopf ein komplettes Wirrwarr entstanden ist (bei den Rechten drehen die Spins wenigstens zuverlässig rechts herum).

Die @LaunigeMaat ∙ 19.03.21: Umweltsau! Wer den ÖPNV meidet und dadurch unsere durch #Corona erreichten Umweltziele unterminiert.

Bedauerlich die Lebenszeit, die die Beschäftigung mit kranken Hirnen frisst. Die Auseinandersetzung damit ist jedoch unerlässlich. Und damit zurück zum gekochten Frosch von @Morg3nst3rn78. Vermutlich weiß der Schreiberling gar nicht, was Framing ist und dass er21 in seinem Tweet unbewusst den Frame benennt, in dem sich die gesamte Impfdiskussion – mithin auch die Diffamierung der Impflinge – abspielt.

Impfen und Freiheit: Die öffentliche Kommunikation rund um Corona und das Für und Wider des Impfens hat sich von Anfang an im Frame der Freiheit abgespielt. So wie die Flüchtlingsdebatte nicht ohne den Sicherheitsgedanken geführt werden konnte,22 so sind die Pandemie und der Ausweg daraus nicht ohne die Freiheit beziehungsweise deren Beschneidung oder gar den Verlust derselben zu denken.

Politik, Medizin und Medien haben diesen Frame selbst herbeizitiert, indem sie bereits mit den ersten Corona-Maßnahmen Anfang 2020 Freiheit als Belohnung für die Einhaltung von Vorgaben in Aussicht stellten beziehungsweise Freiheitsbeschränkungen als unvermeidlich deklarierten, um die Pandemie besiegen zu können, alles wohlgemerkt, in wohlmeinender Absicht.23 Nur war auch von Anfang an absehbar, dass Rechte, Verschwörungstheoretiker und Querdenker sich dieses Frames bedienen würden, um die Argumentation in ihr Gegenteil zu verkehren.

Wo niemand eingreift, liest sich das später so:

Christoph Clar @Christoph… ∙ 11.12.21 in einer Antwort an @OgRD_Buendnis: Wisst ihr? Macht nur weiter so, und ich werd mich über jeden scheiß vereckten Impfling freuen. Wer meine Freiheit und mein Leben bedroht, dem kann ich auch gleiches heimzahlen.

Oder so:

Petra Bär @PetraBr8 ∙ 13.07.21: Der Impfling so, ich lass mich für meine Freiheit impfen, kommt immer an 1. Stelle. Warum soll ich mich für deren Freiheit impfen lassen?

Maier Jörg @MaierJrg1 ∙ 13.11.21 in einer Antwort an @MDRaktuell: Als Impfling würde ich mich verarscht fühlen. Mal schauen was übrigbleibt von der versprochenen Freiheit für geimpfte.

Sind die einen vordergründig nur unsolidarisch, sind die anderen längst im (rechten) Extremismus angekommen:

Martin Salich @mansalke… ∙ 12.08.21: Der gemeine hochnäsige Impfling ließ sich für Urlaub,Freiheit und als folgsamer deutscher Mitläufer freigiebig zum wandelnden GVO machen (zumindest die Astraniker). Bald wird er von seinem hohen Roß gestiegen.

(Andre), (Malika) & (Julio) ∙ 14.12.21: Jedesmal wenn ein Impfling sich wegen seiner Freiheit boostern lässt, fällt irgendwo ein Libertärer lachend vom Stuhl.

Leider werden Politik und Regierung nicht müde, diesen Frame zu bedienen und düngen auf diese Weise den Nährboden für rechte Propaganda: „Der Schutz der Gesundheit ist ein hohes Gut, aber das höchste Gut unserer Verfassung, das ist und bleibt die Freiheit“, so FDP-Chef Christian Lindner auf dem Dreikönigstreffen seiner Partei am 06. Januar 2022.24

In der Zwischenzeit haben Rechtsextreme längst die bekannten Narrative vor dem Hintergrund der Impfdebatte komplett umgetextet: War 2015 noch der Flüchtling das Mittel für den „Bevölkerungsaustausch“25, so ist es mittlerweile die von der Diktatur erzwungene Impfung. Die typischen Strategien und Stilmittel rechtsextremer Sprache werden 1:1 angewendet. Extremismus-Forscherin Strobl könnte ihren Beitrag in der Frankfurter Rundschau noch einmal veröffentlichen und müsste dafür nur den Flüchtling durch den Impfling ersetzen.26

Was bleibt am Ende: Die Gedankenlosigkeit, mit der Journalisten, Politiker und andere einen Begriff verwenden, der extremistische Sprengkraft besitzt. Ein Social Media-Riese, der ohne Etiquette, ohne Anstand und verantwortungslos jeden Idioten seinen Hass und seine Hetze in die Welt hinaustexten lässt. Politiker und Medien, die rechtsextreme Propaganda scheuklappenblindwütig anfüttern und anheizen, indem sie an Leitbegriffen festhalten, die die Rechte längst umgedichtet hat. Rechtsextreme Schwachköpfe, die ihren unlesbaren Auswurf voller Fremdwörter, Neologismen und unlogischer Narrative als intellektuelle Autorenbeiträge verkaufen. Auch dies ist Freiheit. Meinungsfreiheit. Eine Meinungsäußerung von …

Der Hund mit der Karotte

#impfling #freiheit #sprachkritik #neuerechte #fdp #sezession #querdenker #verschwörungstheorien #impfgegner

Quellenangaben

1Der Creep: Definition, Charakter und Sozialverträglichkeit. https://www.bedeutungonline.de/was-bedeutet-creep-creepy-auf-deutsch-uebersetzung-bedeutung-definition/ (Zugriff vom 14.01.2022, 09:11 Uhr).

2Feuilletonisten und andere Sprachpathologen

https://www.wienerzeitung.at/meinung/glossen/2086886-Wer-will-ein-Impfling-sein.html (Zugriff vom 24.12.2021, 17:14 Uhr).

https://www.bedeutungonline.de/was-bedeutet-impfling-bedeutung-definition-erklaerung/ (Zugriff vom 24.12.2021, 17:12 Uhr).

Das Affix/Suffix -ling

https://de.wikipedia.org/wiki/Affix_(Linguistik) (Zugriff vom 29.12.2021, 17:25 Uhr).

https://www.dwds.de/wb/-ling (Zugriff vom 21.12.2021, 17:45 Uhr).

3https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/debatte/das-wort-des-jahre-2021-steht-schon-fest-li.156475?pid=true (Zugriff vom 24.12.2021, 17:13 Uhr).

4Vgl. Zifonun, Gisela. „Eine Linguistin denkt nach über den Genderstern“. Sprachreport Jahrgang 27 (2021). Nr. 2, S. 46-51.

DOI: https://doi.org/10.14618/sr-2-2021-zifo

Über das Suffix -ling sagt sie auf Seite 48: „Die so [mit dem Suffix -ling] suffigierten Substantive haben maskulines Genus […] – es sei denn, man akzeptiert die Idee des generischen Maskulinums.“

5Die schönsten deutschen Wörter: https://sternenvogelreisen.de/schoenste-woerter-deutsch/ (Zugriff vom 25.12.2021, 16:58 Uhr). Schon interessant, womit manche Menschen ihre Zeit totschlagen.

6Der stimmhafte velare Nasal oder ng-Laut wird in der Wikipedia ausnahmsweise mal fachkundig erläutert: https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmhafter_velarer_Nasal (Zugriff vom 25.12.2021, 16:59 Uhr).

7Eine Wortverlaufskurve im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, beginnend 1946, bescheinigt dem Impfling eine eher moderate Popularität im geschriebenen und gesprochenen Text bis in die 1950er Jahre hinein. Ein Einsatz-Hoch findet sich zu Beginn der 1960er Jahre, womöglich im historischen Zusammenhang mit dem steigenden gesellschaftlichen Zuspruch zu Impfungen gegen Pocken, Kinderlähmung, Pertussis usw., der diese Periode kennzeichnet. Danach legt sich der Impfling wieder schlafen.

Die Corona-Pandemie katapultiert ihn Anfang der 2020er Jahre senkrecht nach oben und wirft ihn 2021 ins Rennen für das Wort des Jahres, Unwort des Jahres und andere sinnlose Wettbewerbe.

Die Wortverlaufskurve: https://www.dwds.de/wb/Impfling (Zugriff vom 21.12.2021, 17:13 Uhr).

Zur Geschichte des Impfens, insbesondere zur Kampagne für die Impfung gegen Kinderlähmung: https://www.apotheken-umschau.de/medikamente/basiswissen/eine-dosis-hoffnung-die-geschichte-des-impfens-835671.html (Zugriff vom 25.12.2021, 17:32 Uhr).

Ebenfalls zur Geschichte des Impfens: https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Pocken-Polio-Corona-Geschichte-des-Impfens-und-seiner-Gegner,impfen446.html (Zugriff vom 25.12.2021, 17:32 Uhr). Vgl. hier auch das Retro-Video mit Bild- und Tondokumenten zur Impfkampagne für die Schluckimpfung (gegen Kinderlähmung).

8https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/debatte/das-wort-des-jahre-2021-steht-schon-fest-li.156475?pid=true (Zugriff vom 24.12.2021, 17:13 Uhr).

Die Gesellschaft für deutsche Sprache entschied sich im Dezember jedoch für den Wellenbrecher: „Das Wort steht für alle Maßnahmen, die getroffen wurden und werden, um die 4. Corona-Welle zu brechen. Das aus Küstenschutz und Schiffbau bekannte Wort nahm durch das auch 2021 beherrschende Thema – die Corona-Pandemie – eine Reihe von neuen Bedeutungen an.“ (Vgl. https://gfds.de/wort-des-jahres-2021, Zugriff vom 14.01.2022, 10:12 Uhr). Mittlerweile befinden wir uns in der fünften, der Omikron-Welle.

Der Impfling hätte auch gute Chancen gehabt, zum Unwort des Jahres 2021 gekürt zu werden. Die Jury aus Sprachwissenschaftlern wies mit ihrer Entscheidung für den Pushback darauf hin, dass es auf dem blauen Planeten noch andere Themen von Relevanz gibt, die der allgemeinen Beachtung bedürfen.

Pushback – Unwort 2021: https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/unwort-des-jahres-2021-100.html (Zugriff vom 14.01.2022, 10:21 Uhr).

9https://www.duden.de/rechtschreibung/Impfling (Zugriff vom 28.12.2021, 16:35 Uhr).

10Die Einstellung einer katholischen Kirche im dritten Jahrtausend gegenüber jenen Kreaturen, die abgesehen von der Schöpfungskrone den blauen Planeten bewohnen, geht aus einer Äußerung ihres Oberhauptes am 05. Januar 2022 in einer Generalaudienz im Vatikan vor zahlreichen Gläubigen hervor: „Viele Paare haben keine Kinder, weil sie nicht wollen, oder sie haben nur eins, weil sie nicht mehr wollen, aber sie haben zwei Hunde, zwei Katzen.“ „Hunde und Katzen nehmen den Platz der Kinder ein. Ja, ich verstehe, das bringt einen zum Lachen, aber das ist die Realität.“ Papst Franziskus steckte dafür subito Kritik ein und … nein, es ist unverständlich, dass das Menschen zum Lachen bringen soll.

Der Papst wurde nach dieser Quelle zitiert: https://www.rnd.de/politik/papst-kritisiert-kinderlose-paare-hunde-und-katzen-statt-babys-XJYUESRW36WTZWIRDWE32VERTY.html

11Zifonun sieht das anders: „Die negative Wertung ist jedoch keineswegs grundsätzlich mit dem Suffix -ling verbunden. Sie gilt weder bei Frühling, Röhrling, Riesling noch bei Setzling, auch nicht bei Personenbezeichnungen wie Fremdling, Neuling, Impfling, Lehrling, Liebling oder Säugling.“ In: Zifonun, Gisela. „Eine Linguistin denkt nach über den Genderstern“. Sprachreport Jahrgang 27 (2021). Nr. 2, S. 46-51; hier S. 48.

Satz 1: D‘accord! Satz 2: Ansichtssache. Wo wurde die Untersuchung veröffentlicht, die das belegt?

12https://gfds.de/wort-des-jahres-2015/ (Zugriff vom 28.12.2021, 17:55 Uhr).

13Zifonun, Gisela. „Eine Linguistin denkt nach über den Genderstern“. Sprachreport Jahrgang 27 (2021). Nr. 2, S. 46-51; hier S. 48.

14https://de.wikipedia.org/wiki/Pejorativsuffix (Zugriff vom 28.12.2021, 18:01 Uhr).

15Zur Etymologie des Verbs impfen vgl. die erhellenden Ausführungen im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS; https://www.dwds.de/wb/Impfling, Zugriff vom 07.01.2022, 17:55 Uhr):

‘Krankheitserreger in abgeschwächter Form bzw. Schutzstoffe zur Immunisierung in den Körper einspritzen bzw. in die Haut einritzen, veredeln, pfropfen’. Bei der Berührung mit der römischen Kultur lernen die Germanen das Veredeln und Pfropfen von Obstgehölzen und übernehmen mit der Sache die Bezeichnung. imphōn ‘pflanzen’ (Hs. 12. Jh.; vgl. älteres anaimphōn in der übertragenen Bedeutung ‘hineinfügen, -bringen’, 9. Jh.), impfen ‘pfropfen’ ist (nach Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 276 ff.) entlehnt aus einem für Ostfrankreich vorauszusetzenden *imp(ə)āre (vgl. emper), synkopiert aus *impodāre, einer jüngeren Variante von *imputāre ‘ein Pfropfreis einsetzen, veredeln’, die ihrerseits auf emphyté͞uein (ἐμφυτεύειν) ‘einpfropfen’, zu phyté͞uein (φυτεύειν) ‘pflanzen’ beruhen. Das gleichbed. to inoculate (zum Part. Perf. inoculātus von inoculāre ‘okulieren’, vgl. oculus ‘Auge’) wird im 18. Jh. mit der Erfindung der Blatternschutzimpfung medizinischer Ausdruck für das zur Erzeugung von Abwehrstoffen vorgenommene Einbringen von Krankheitserregern in den Körper. Für dieses Verfahren tritt im in der 2. Hälfte des 18. Jhs. das Verb impfen ein, das das entlehnte und anfänglich vorherrschende inokulieren zurückdrängt. Impfung ‘Pfropfung, Veredelung’, imphunga (Hs. 12. Jh.); ‘Einritzung, Einspritzung von Krankheiterregern’ (18. Jh.), vgl. inoculation. Impfling ‘Pfropfreis’ (16. Jh.), ‘wer gegen Krankheiten gerade geimpft oder zu impfen ist’ (19. Jh.).

Mit anderen Worten: impfen, Impfung und auch der Impfling sind ursprünglich Begriffe aus dem Gartenbau. Manch verquerdenkendes Gehirn mag in Anbetracht dieser Tatsache aufmerksam werden, entlarvt sie den Impfvorgang doch sprachgeschichtlich als Manipulation am Genmaterial eines – eigentlich gesunden und vollwertigen, jedoch nicht optimierten – Organismus und den Impfling als fremden Keim, der in besagten Organismus eingebracht wird mit für das jeweilige Individuum nicht hundertprozentig vorhersehbaren Folgen.

16Caroline Sommerfeld. „Die Impfung und die Freiheit des Einzelnen (1)“ (2. Dezember 2020). In: https://sezession.de/63647/die-impfung-und-die-freiheit-des-einzelnen-1 (Zugriff vom 08.01.2022, 17:27 Uhr).

17Exkurs: Das auf diesem Blog sezierte Wort in der Sezession zu finden, entbehrt nicht eines gewissen Charms. Jedoch liegt dem Verb sezieren wie dem Substantiv Sektion das lateinische secare = zerschneiden, zerlegen bzw. sectio = die Zerlegung, Zerteilung zugrunde. Sezession = die Trennung, die Absonderung beruht hingegen auf lateinisch secessio, dem Substantiv zum Verbum secedere = sich trennen.

Die semantische Analogie – sowohl bei secare wie auch bei secedere werden aus einem Ganzen mindestens zwei, wenn nicht mehr Einzelteile – fällt linguistisch in den Fachbereich des Zufalls: Während sich secare auf eine proto-indo-europäische Wurzel *sēik- zurückführen lässt, handelt es sich bei secedere um eine Zusammensetzung von se- (etymologisch *s(w)ēd, der Ablativ Singular von proto-indo-europäisch *s(w)é) und cedere (vielleicht von proto-indo-europäisch *ḱyesdʰ- oder von proto-indo-europäisch *ḱye).

Zur Etymologie von secare vgl. https://etymologeek.com/lat/secare (Zugriff vom 08.01.2022, 18:01 Uhr).

Zur Etymologie von secedere vgl. https://en.wiktionary.org/wiki/secede (Zugriff vom 08.01.2022, 18:03 Uhr) mit den Unterseiten https://en.wiktionary.org/wiki/se-#Latin (Zugriff vom 08.01.2022, 18:03 Uhr) und https://en.wiktionary.org/wiki/cedo#Latin (Zugriff vom 08.01.2022, 18:04 Uhr).

18Henning Lobin wird hiernach zitiert: https://amp.dw.com/de/germanist-neue-rechte-instrumentalisiert-deutsche-sprache/a-57075547 (Zugriff vom 14.01.2022, 16:52 Uhr).

19Ebd.

20Nichts gegen Pippi Langstrumpf! Sie ist echt cool. Die Neuen Rechten selbst hätten keine Skrupel, dieses Idealbild eines selbstbestimmten, selbstbewussten Mädchens, einer starken jungen Frau propagandistisch zu missbrauchen.

21Ob @Morg3nst3rn78 männlichen oder weiblichen Geschlechts ist, ist unbekannt. Nur dass er/sie sich vermutlich nicht das Geschlecht divers anheften würde, ist höchst wahrscheinlich. Da der Schreiberling aber genuin männlich ist … wird hier nichts Falsches formuliert.

22Vgl. den Beitrag der Extremismusforscherin Natascha Strobl in der Frankfurter Rundschau vom 31.07.2020: Framing als Strategie und Waffe der Rechten im Kampf um die Sprachhoheit. Hier zu finden: https://www.fr.de/politik/extremismus-forscherin-analysiert-sprache-rechtsextremen-13553622.amp.html (Zugriff vom 14.01.2022, 17:55 Uhr).

23Einen Überblick über die öffentliche Diskussion unter dem Eindruck des ersten Lockdowns in Deutschland verschafft folgender Blogbeitrag: https://www.brot-fuer-die-welt.de/blog/2020-grundrechte-und-freiheit-in-zeiten-des-coronavirus/ (Zugriff vom 16.01.2022, 10:13 Uhr).

24Zitiert nach: https://www.tagesschau.de/inland/fdp-dreikoenigstreffen-135.html (Zugriff vom 14.01.2022, 18:00 Uhr).

25Die abstrusen Kopfgeburten eines Martin Sellner in: https://sezession.de/65220/impfzwang-ns-und-reaktionaerer-modernismus (Zugriff vom 16.01.2022, 10:57 Uhr).

26Vgl. https://www.fr.de/politik/extremismus-forscherin-analysiert-sprache-rechtsextremen-13553622.amp.html (Zugriff vom 16.01.2022, 11:02 Uhr).

Die in diesem Aufsatz zitierten Tweets erheben keinen Anspruch, die Verbreitung und Verwendung des Hashtags #impfling beziehungsweise #Impfling erschöpfend abzubilden. Es handelt sich um das zufällige Ergebnis einer Recherche, die diese Tweets aufgrund ihrer Popularität vorrangig zutage förderte. Auf eine Recherche in Telegram, die sicherlich weitaus radikalere Äußerungen offenbaren würde, wurde verzichtet; es muss nicht der Sumpf durchquert werden, wenn es ausreicht, durch Dreckpfützen zu latschen, um die Gummistiefel zu testen.

Genderhinweis: Grundsätzlich sind sämtliche Geschlechter (m/w/d) mitgemeint, auch wenn nur die männliche, weibliche oder neutrale sprachliche Form verwendet wird.

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